Ein Bild zum Gedicht oder umgekehrt ...
Die Bilder sind von mir gezeichnet, gemalt oder fotografiert, dazu fremde und eigene Gedichte, Zitate.
Stop
Plötzlich hielt er inne
Machte nicht mehr mit
Öffnete die Sinne
Für das was in ihm litt
Kurt Wyss
Einfluss
Kindertage meist unbeschwert
bis Pflicht und Tadel mir gelehrt,
mich auf das Leben vorbereiten,
mitzulaufen, sich verleiten.
Bis ich schliesslich nicht mehr kann,
nach schwerer Zeit - ich mich besann.
Ich weiss mit mir nicht mehr wohin,
weitergehn macht keinen Sinn.
Ich zweig ab auf einsame Strassen,
hier finde ich die Ruhephasen.
Weiter auf den steilen Pfaden,
durchgeschwitzt bis auf die Waden.
Sehnsucht nach Freiheit wird stark und stärker,
geh immer weiter wie ein Berserker.
Auf Unverständnis ich auch stosse,
es geht mir besser allein auf dem Flosse.
Ich kann es steuern so wie ich will,
an lebendige Orte oder auch still.
Frei und glücklich, das möcht ich sein,
ich hab’s verstanden, das Leben ist mein!
Das Blümchen an der Mauer
Steht nicht lange dort
Die Menschen auf der Lauer
Schlagen es gleich fort
Kurt Wyss
Es zirpte eine Grille
Mitten in der Stille
An einem schönen Orte
Ein furioses Forte
Kurt Wyss
Perspektivenwechsel
Als Kind lag ich gerne in der Wiese irgendwo
Blickte hinauf zum Himmelsblau
Und stellte mir vor
Dass ich auf es hinunter schau
Kurt Wyss
"Wir wollen doch sehn, ob nicht die allermeisten, sogenannten 'unübersteiglichen Schranken', die die Welt zieht, sich als harmlose Kreidestriche herausstellen!"
Lou Andreas-Salomé (1861-1937)
Letzte Hoffnung
Hie und da ist an den Bäumen
Manches bunte Blatt zu sehn,
Und ich bleibe vor den Bäumen
Oftmals in Gedanken stehn.
Schaue nach dem einen Blatte
Hänge meine Hoffnung dran;
Spielt der Wind mit meinem Blatte,
Zittr’ ich, was ich zittern kann.
Ach, und fällt das Blatt zu Boden,
Fällt mit ihm die Hoffnung ab,
Fall’ ich selber mit zu Boden,
Wein’ auf meiner Hoffnung Grab.
Wilhelm Müller (1794 - 1827)
Gefrorne Thränen
Gefrorne Tropfen fallen
Von meinen Wangen ab:
Und ist’s mir denn entgangen,
Daß ich geweinet hab'?
Ei Thränen, meine Thränen,
Und seid ihr gar so lau,
Daß ihr erstarrt zu Eise,
Wie kühler Morgentau?
Und dringt doch aus der Quelle
Der Brust so glühend heiß,
Als wolltet ihr zerschmelzen
Des ganzen Winters Eis!
Wilhelm Müller (1794 - 1827)